Never ever again!

Der erste Abend der EM war leider nicht so berauschend… Sauwetter, eine Niederlage und die Unannehmlichkeiten in der offiziellen Fanzone der UEFA Euro2008. Es beginnt bei den schlecht ausgebildeten und Fehlinformationen verbreitenden Volunteers (Zitat: „die Pumpstation ist während der EM geschlossen“ oder aber ganz herzig „Kreis 3? Wo ist das? Da fährt kein Tram hin während der EM!“) und hört auf bei dem UEFA Monopol. Da wird einfach öffentlicher Grund drei Wochen lang in Beschlag genommen und die Steuerzahler welche notabene den ganzen Zirkus finanzieren, müssen sich an kommunistische Sonderregeln halten. Das ist definitiv nicht mein Ding, da gehe ich doch lieber wieder zu den altbekannten Plätzen fernab der offiziellen Fanzone. Es muss ja nicht gleich eine 1.5mio teuere Leinwand auf dem Zürisee sein. Ich bin da ziemlich puristisch: Bratwurst, Bürli, Bier, ein sichtbarer Bildschirm in guter Atmosphäre, so macht Fussball doch vielmehr Spass!

Jaja, Ihr hättet es mir bereits im Vorfeld sagen können, ich weiss! Doch ich, als naive Schnäppchenjägerin, habe mich bei diesem Sauladen für Telefon- und Internet-Anschluss angemeldet! Und jetzt hab ich den Salat!

Die stellen mir doch tatsächlich eine Rechnung aus für einen Service, den ich nicht bezogen habe. Doch das war nur der Anfang… Nach täglichen Telefonanrufen und Abklärungen kam heute der Höhenpunkt: Persönliche Beleidigungen und Anschuldigungen eines Kundencentermitarbeiter… Gebrochenes Deutsch, fehlende Umgangsformen und eine persönliche Beschuldigung einen Fehler gemacht zu haben, ohne Beweisgrundlage. Oioioi, Herr I., da haben Sie wohl im Unterricht geschlafen als Ihnen das OR und die geschäftlichen Umgangsformen beigebracht wurden!

So geschehen letztes Wochenende: Nach einem ernüchternden Partybesuch entschieden meine Freundin und ich noch ein bisschen weiter um die Häuser zu ziehen. Ein Afterhourclub kam aufgrund der nicht allzu weit vorgeschrittenen Stunde noch nicht in Frage, also versuchten wir es woanders. Doch schnell wurde uns klar, dass die Mission aussichtslos war. Der Türsteher wollte uns nicht mehr rein lassen. „Die Kasse ist geschlossen“ war sein Argument. Nagut, sagten wir uns und blieben vorerst vor der Türe stehen und unterhielten uns mit einigen Gästen die bereits auf dem Nachhauseweg waren. Während den 20 Minuten die wir vor dem Club mit Konversation verbrachten passierten nun aber mehrere Frauen – nach zum Teil ausführlichem „Bittibätti“ – die Türschwelle resp. den Türsteher. Leicht alkoholisiert und in bester Partylaune strapazierte diese Tatsache nun meinen Gerechtigkeitssinn und so klopfte ich dem 2 Meter-Mann auf die Schultern. Ganz naiv fragte ich nach dem Grund, wieso diese Frauen hereingelassen werden und wir nicht. Da kam zur Antwort: „Welche Frauen meinst Du?“. Nagut, so stieg ich also eine Stufe auf der Niveauleiter nach unten und schilderte mit Homles’scher Präzision wie denn die jungen Damen aussahen, was sie anhatten und welche Markenartikel sie um die Schulter trugen. „Ich weiss nicht wen du meinst“ war seine Antwort. Ich blieb ruhig und argumentiere weiter. Alles was ich verlangte war ein Grund für seine Zurückweisung. Den konnte er mir aber leider nicht geben… vielleicht lag’s an seiner Geduld oder seinen minimalen Ausdrucksmittel, oder ganz einfach der nervenaufreibenden Tatsache, dass ich in einer Ruhe und mit aller Freundlichkeit ihm immer neue Argumente zuwarf auf welche er keine Antwort mehr wusste. Auf alle Fälle überliess uns irgendwann seinem Kollegen. Der – ein ganz lustiger Typ – überredete einen seiner Freunde uns Getränke zu holen und so standen wir innert kürzester Zeit auf der Tanzfläche und hatten einen sehr amüsanten Abend!

Ich habe nichts gegen Menschen die ihren Job ernst nehmen! Doch war der arme Türsteher wohl etwas überfordert mit der Situation; Von viele schöne Frauen umschwärmt zu sein und von ihrem bezaubernsten Lächeln betörnt zu werden war wohl nicht Alltag für ihn und so wurde er irgendwann schwach. Nur dumm, dass das eine andere mitkriegte und ihn sogleich mit Argumenten and die Wand stellte. Armer Junge! Es tut mir leid, wenn ich dich genervt habe, doch liebe ich den Wettbewerb, vor allem wenn ich merke, dass mein Gegenüber schwächer ist als ich…nein, ich habe nichts gegen dumme Mensch, bloss etwas gegen diejenigen die denken, ich sei noch dümmer als sie!

Ein ganz schwieriges Unterfangen!

Da tröpfeln sie täglich in meinen Email-Account, meine sechs Wohnungsnewsletter und auf meiner Mozilla-Startseite listen diverse RSS-Feeds hübsche Inserate mit Bildchen auf. Rund 40% Selektion aufgrund der Adresse, weitere 20% aufgrund der Grösse und nochmals 10% aufgrund überrissenem Mietzins. Da bleiben dann noch an die 30% oder eine Wohnung pro Woche die man sich mit circa 30 anderen Interessenten anschauen geht. Die ersten zwei Besichtigungen glichen einem kleinen Alumni-Treffen und nach der dritten erkennt man bereits die Hälfte der Besucher. „Hm, Ihr habt die an der Heinrichstrasse also auch nicht gekriegt?“, „Ja, die Rieterstrasse hätte uns auch gut gefallen“, „Forchstrasse? Ja, da haben wir uns auch erfolglos beworben“.

Wann werden wohl wir das grosse Los ziehen? Wie wird es wohl aussehen, mein zukünftiges Zuhause? Und wann darf ich endlich mit gutem Gewissen resp. einem sinnvollen Grund zur Ikea fahren um auf Schnäppchenjagdt zu gehen und mich anschliessend mit einer 5CHF-mini-Calzone zum erfolgreichen Geldausgeben belohnen? Gopf… ich will au!!!

Ich bin überrascht! Überrascht von all den netten Kommentaren auf meinem Blog während meiner Abwesenheit. Eigentlich habe ich nicht damit gerechnet, dass es irgendwem auffallen würde, wenn ich nicht mehr da bin, resp. mich literarisch nicht mehr zur Allgemeinsituation äussere.

Und ja, eigentlich dachte ich, wenn ich in die Schweiz zurückkehre, werde ich diesen Blog absetzten. Klammheimlich davonschleichen, einfach nichts mehr schreiben, die Leute vergessen das ja schnell! Dem ist wohl nicht so…

Doch eigentlich kommt mir dieses Medium jetzt ganz gelegen. Seit Januar verbringe ich meine Tage zu 90% vor dem Laptop. Eine Diplomarbeit muss geschrieben werden. Und wie es Regu vor einiger Zeit gemacht hat, werde nun auch ich meinen Blog nutzen um meine letzten Monate als Studentin mit etwas Abwechslung zu gestalten und mal risikoavers zu Lästern und Luft abzulassen.

Ja ich bin zurück, zurück aus einem absoluten Traumland wo die Menschen mindestens zwei Fremdsprachen sprechen, wo die Luft warm und feucht ist, wo es in den Gassen nach Jasmin, Kurkuma und Sandelholz riecht und einem tausend knallige Farben in die Augen stechen, und wo die Kühe auf den Strassen leben! Gut vier Wochen habe ich gebraucht, um mich wieder anzuklimatisieren; Der Magen hat sich bereits wieder an Salat und Fleisch gewöhnt, die Augen werden sich dank Oculac auch bald regeneriert haben und ich ärgere mich bereits wieder über die Schweizerischen Institutionen, wenn die S-Bahn 10 Minuten Verspätung hat, mir das Tram vor der Nase abfährt oder die Post nicht pünktlich liefert!

Yep, der Prüfungs-Marathon ist für einmal mehr geschafft und da das Zürifest vor der Tür stand, war das der ideale Plan um abzuschalten – dachte ich zumindest noch gestern Nachmittag… Ich weiss nicht ob ich an den falschen Plätzen war, doch das Fest-Volk war zum verzweifeln!

Erstens: Wieso muss es auf jedem freien Fleck eine Chilbi haben? Unverständlich….

Zweitens: Wieso gibt es alle 100 Meter das selbe “kulinarische” Angebot? Zum Beispiel sehr authentisch Chinesisch: Frühlingsrollen!

Drittens: Wieso saufen sich Teenies reihenweise ins Koma? Wie geht sowas überhaupt?

Ich habe viel mit ansehen müssen gestern, von den betrunkenen ~16-jährigen Mädchen, die alles mit sich machen liessen, bis knallharte Schlägereien, wo ich meine Hand ins Feuer legen würde, dass das Opfer jetzt im Unispital liegt… Diese Gewalttätigkeit unter Jugendlichen war mir zuviel, dann doch lieber noch die verkoksten und verstrahlten Agglokinder an den unzähligen Pre-Streetparade-Events. Zürifest ist ja schon was tolles, aber ich brauche definitiv eine bessere Strategie um den heutigen Abend geniessen zu können!

“we will send end of July” hiess es, als ich mich diese Woche telefonisch nach meinem Visa, resp. Pass erkundigt habe… Naja, ich halte das für ziemlich unwahrscheinlich, das wäre ja dann einen ganzen Monat vor meiner Abreise!

Da stehe ich heute morgen um punkt 07:30 Uhr in der Hauptpostfiliale (welche zu meinem Unverständnis je länger je mehr einem Tante-Emma-Laden ähnelt) und möchte eine wichtige Sendung aufgeben. Mein Pass muss auf dem schnellsten Weg nach Bern. Da fragt mich die Beamtin: “Möchten Sie, dass das noch heute ankommt?” – “Ja das wäre gut”, meine Antwort. “Das macht dann 21.00 CHF!” Ich war entsetzt, die haben sie doch nicht mehr alle!!! Der Brief wird nun am Dienstag abgeliefert, für läppische 5.00 CHF… Soviel zum effizienten Logistikprozess und der Preispolitik der Schweizerischen Post. Wetten, dass mein Brief bereits heute Mittag Bern erreicht hat und da jetzt sinnlos noch eine Nacht im Verteilzentrum gelagert wird?

Es wird echt langsam Zeit, dass dieser Verein privatisiert wird!

Ich liebe solche Emails, denn im Gegensatz zu all den Viagra-Angeboten kann man sich hier wirklich amüsieren:

From: Dr. Samson Bano
Dept: Natural Medicine, Western Cape University South Africa

I am Dr. Samson Bano, the head of research, department of natural medicine, university of western cape, South Africa. I write to solicit your assistance in a project of mutual benefit. We got your contact over the Internet.

In February 2004, a research grant (US$12.5Million) was given to my department with I, leading a team of other clinical pharmacologists, by the Pharmaceutical Society of South Africa to conduct a research on the effect of a local plant extract on Sickle Cell Disease in South Africa.

The research has since been concluded (specifically in August 2006) and of the total amount given to us for the research purposes we only expended US$4.623Million leaving a balance of US$7.877 Million. We are contacting you with a view to transferring this balance out for our own use.

I am presently in the Republic of Ireland on a 10 week clinical exchange programme at The Galway University, Galway – Ireland hence I have decided to use the opportunity to solicit for your partnership. My colleagues and I have put in over 25 years of our lives into working for the government and as academics we do NOT have anything to show for it, hence this opportunity we see as a God-Sent one. We sincerely hope that you will be of assistance to us. I implore you to treat this mail as confidential as possible as we are still active academics, though retiring in the second quarter of next year.Please de send your corressponence when repying to dr_sambano@yahoo.com and If you are NOT in a position to do business with us, do not respond to this mail and we apologize for taking your time.

Sincerely yours.
Dr. Samson Bano

Geburtstage sind toll: All die lieben Glückwünsche per Telefon, SMS oder Email und am schönsten sind natürlich diejenigen, die man nicht erwartet. Von denen habe ich dieses Jahr gleich mehrere erhalten! Herzlichen Dank an dieser Stelle! Umso enttäuschender aber die erwarteten Glückwünsche, die nicht eingetroffen sind. Oder darf man in solchen Fällen gar nicht enttäuscht sein? Wenn ich mir den Geburtstag eines speziellen Menschen merke und er meinen vergisst, darf ich mich dann darüber aufregen? Klar, ich sollte wohl meiner Freundin Recht geben, die mich ermahnte, auf keinen Fall meine Denkweise mit denen von Männern zu vergleichen! Aber das ist dann wieder ein anderes, sehr umfangreiches Thema ;-)  Ich sollte endlich mal lernen, diese Dinge lockerer zu sehen! Mein Vater hat an meinen Geburtstag gedacht und sich gleich früh morgens per Telefon gemeldet: “Und, wie fühlt man sich?” – “Papa, Du meinst wie ich mich jetzt fühle, wo die 30 in greifbarer Nähe ist?” – “Ja aber hey, andere in Deinem Alter stehen bereits hinter dem Herd!” Toll, wie subtil mein Vater ausdrücken kann, dass er stolz ist auf das, was ich aus meinem Leben mache!