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Jaja, Ihr hättet es mir bereits im Vorfeld sagen können, ich weiss! Doch ich, als naive Schnäppchenjägerin, habe mich bei diesem Sauladen für Telefon- und Internet-Anschluss angemeldet! Und jetzt hab ich den Salat!

Die stellen mir doch tatsächlich eine Rechnung aus für einen Service, den ich nicht bezogen habe. Doch das war nur der Anfang… Nach täglichen Telefonanrufen und Abklärungen kam heute der Höhenpunkt: Persönliche Beleidigungen und Anschuldigungen eines Kundencentermitarbeiter… Gebrochenes Deutsch, fehlende Umgangsformen und eine persönliche Beschuldigung einen Fehler gemacht zu haben, ohne Beweisgrundlage. Oioioi, Herr I., da haben Sie wohl im Unterricht geschlafen als Ihnen das OR und die geschäftlichen Umgangsformen beigebracht wurden!

Ein ganz schwieriges Unterfangen!

Da tröpfeln sie täglich in meinen Email-Account, meine sechs Wohnungsnewsletter und auf meiner Mozilla-Startseite listen diverse RSS-Feeds hübsche Inserate mit Bildchen auf. Rund 40% Selektion aufgrund der Adresse, weitere 20% aufgrund der Grösse und nochmals 10% aufgrund überrissenem Mietzins. Da bleiben dann noch an die 30% oder eine Wohnung pro Woche die man sich mit circa 30 anderen Interessenten anschauen geht. Die ersten zwei Besichtigungen glichen einem kleinen Alumni-Treffen und nach der dritten erkennt man bereits die Hälfte der Besucher. „Hm, Ihr habt die an der Heinrichstrasse also auch nicht gekriegt?“, „Ja, die Rieterstrasse hätte uns auch gut gefallen“, „Forchstrasse? Ja, da haben wir uns auch erfolglos beworben“.

Wann werden wohl wir das grosse Los ziehen? Wie wird es wohl aussehen, mein zukünftiges Zuhause? Und wann darf ich endlich mit gutem Gewissen resp. einem sinnvollen Grund zur Ikea fahren um auf Schnäppchenjagdt zu gehen und mich anschliessend mit einer 5CHF-mini-Calzone zum erfolgreichen Geldausgeben belohnen? Gopf… ich will au!!!

Ich bin überrascht! Überrascht von all den netten Kommentaren auf meinem Blog während meiner Abwesenheit. Eigentlich habe ich nicht damit gerechnet, dass es irgendwem auffallen würde, wenn ich nicht mehr da bin, resp. mich literarisch nicht mehr zur Allgemeinsituation äussere.

Und ja, eigentlich dachte ich, wenn ich in die Schweiz zurückkehre, werde ich diesen Blog absetzten. Klammheimlich davonschleichen, einfach nichts mehr schreiben, die Leute vergessen das ja schnell! Dem ist wohl nicht so…

Doch eigentlich kommt mir dieses Medium jetzt ganz gelegen. Seit Januar verbringe ich meine Tage zu 90% vor dem Laptop. Eine Diplomarbeit muss geschrieben werden. Und wie es Regu vor einiger Zeit gemacht hat, werde nun auch ich meinen Blog nutzen um meine letzten Monate als Studentin mit etwas Abwechslung zu gestalten und mal risikoavers zu Lästern und Luft abzulassen.

Ja ich bin zurück, zurück aus einem absoluten Traumland wo die Menschen mindestens zwei Fremdsprachen sprechen, wo die Luft warm und feucht ist, wo es in den Gassen nach Jasmin, Kurkuma und Sandelholz riecht und einem tausend knallige Farben in die Augen stechen, und wo die Kühe auf den Strassen leben! Gut vier Wochen habe ich gebraucht, um mich wieder anzuklimatisieren; Der Magen hat sich bereits wieder an Salat und Fleisch gewöhnt, die Augen werden sich dank Oculac auch bald regeneriert haben und ich ärgere mich bereits wieder über die Schweizerischen Institutionen, wenn die S-Bahn 10 Minuten Verspätung hat, mir das Tram vor der Nase abfährt oder die Post nicht pünktlich liefert!

Geburtstage sind toll: All die lieben Glückwünsche per Telefon, SMS oder Email und am schönsten sind natürlich diejenigen, die man nicht erwartet. Von denen habe ich dieses Jahr gleich mehrere erhalten! Herzlichen Dank an dieser Stelle! Umso enttäuschender aber die erwarteten Glückwünsche, die nicht eingetroffen sind. Oder darf man in solchen Fällen gar nicht enttäuscht sein? Wenn ich mir den Geburtstag eines speziellen Menschen merke und er meinen vergisst, darf ich mich dann darüber aufregen? Klar, ich sollte wohl meiner Freundin Recht geben, die mich ermahnte, auf keinen Fall meine Denkweise mit denen von Männern zu vergleichen! Aber das ist dann wieder ein anderes, sehr umfangreiches Thema ;-)  Ich sollte endlich mal lernen, diese Dinge lockerer zu sehen! Mein Vater hat an meinen Geburtstag gedacht und sich gleich früh morgens per Telefon gemeldet: „Und, wie fühlt man sich?“ – „Papa, Du meinst wie ich mich jetzt fühle, wo die 30 in greifbarer Nähe ist?“ – „Ja aber hey, andere in Deinem Alter stehen bereits hinter dem Herd!“ Toll, wie subtil mein Vater ausdrücken kann, dass er stolz ist auf das, was ich aus meinem Leben mache! 

Über die Situation, mit der ich mich zurzeit auseinander setzen muss, würde sich Soziologen und Philosophen die Hände reiben, weil dazu bestimmt schon ganz viele anspruchsvolle Schriftwerke verfasst wurden!

Also, folgende Situation: Ich habe mein WG-Zimmer gekündet, weil es mich beruflich einmal mehr in eine andere Stadt verschlägt. Da ich ein kleines Organisations-Talent bin, habe ich natürlich an alles gedacht und innert Frist auf einen vertraglich festgelegten Termin gekündet. Sprich, ich bin gesetzlich NICHT für die Suche nach einem Nachmieter verantwortlich. Ich müsste mich also um gar nichts kümmern, rein theoretisch… So, und jetzt kommt der moralische Aspekt der Sache: Wenn die Verbleibenden bis zu meinem Auszug niemanden finden, müssen sie für meinen Mietanteil aufkommen. Und da ich zu einem nachmieter-technisch denkbar ungünstigen Zeitpunkt die Wohnung verlassen werde, bin ich nicht gerade optimistisch gestimmt, was die Suche betrifft. Tja, …die Stimmung war wohl schon mal besser ;-)

So werde ich also dem WG-Frieden zuliebe ein paar Inserate schalten, obwohl ich mir genau das mit der fristgerechten Kündigung ersparen wollte! Und einmal mehr siegte die Moral!

Die letzten zwei Wochen waren geprägt von Up’s and Down’s und das schlimmste dabei war, dass sie alle im Tagesrhythmus kamen. Das wirbelte mein inneres Ich ziemlich heftig durcheinander, nicht mal mein heiss geliebtes Vinyasa konnte die Berg- und Talfahrt ausgleichen, nur die Wochenenden schafften es, mich mittels Ablenkung auf die „normale“ Ebene zu bringen.

Nun ist es Sonntagabend und ich befinde mich wieder auf Reisen, mein Büro-Job in Zürich ist vorbei, ab morgen werde ich mich wieder der Wissenschaft widmen. Eigentlich schade… kopflose Arbeit hat halt eben doch seine Vorteile, auch wenn’s zum Teil ziemlich langweilig war. Dafür darf ich nun wieder ausschlafen!

Erlebt habe ich einiges in den letzten Tagen: Das Bollywood-Bankett mit unglaublich gutem Essen und preisgekrönter tänzerischen Unterhaltung. Die Zauberflöte, welche ich bis anhin bloss vom SF kannte. Die Abbruchparty eines meiner Lieblings-Restaurants, die einige Mitmenschen leicht aus dem Konzept brachte. Die erschreckenden Bilder in den Medien eines bekannten Gesichts, dessen Fall nun an die Öffentlichkeit getragen wird. Den Streit um ein Erbstück, das leider nicht in einem Testament festgehalten worden ist. Ein sehr negativer Entscheid per Briefpost, betreffend meiner Zukunftsplänen… etc.

Und dann war ich noch mit einer langjährigen Freundin und dem Mami meines Gottichinds feiern. Nach einigen Flaschen Bordeaux starteten wir die Spontanaktion. Die Kinder schliefen brav, der Ehemann war überredet und so fanden wir uns kurze Zeit später tanzend zwischen hundert anderen Partylöwen wieder. Es war unheimlich toll ihr zuzusehen, wie sie aus ihrem Alltag ausbrach! Ich fühlte mich 7 Jahre zurück versetzt! Es war wieder wie früher, bloss mit dem kleinen Unterschied, dass sie nun all den charmanten jungen Herren eine Absage erteilte :-) Wir waren uns so ähnlich, und gingen doch in total unterschiedliche Richtungen!

…oje, was ist bloss los mit mir? Bei Grey’s Anatomy muss ich weinen und Dr. Gregory House entpuppt sich von Folge zu Folge zu meinem Traummann!

Der Banker scheint gleichgültig zu sein… und ich unausgeglichen. Wenn ich morgen kein Date habe, bin ich definitv reif für meinen ersten Yoga-Retreat! Am besten auf Goa…

Freunde wo seid ihr? Ich brauche Ablenkung! …oder ist dies bloss das schwarze Montags-Tief?

Ich sitze mit einer Maple-Macchiato-Kreation auf meinem Bett, auf MTV läuft endlich mal wieder Musik und Frau Roten schreibt im der aktuellen Ausgabe des Magazins einen Text, der rein inhaltlich aus meiner Feder stammen könnte „[…] ich werde unerträglich oft von wildfremden Männern aufgefordert, mal zu lächeln“. Danke Michèle, ich dachte immer, so was kann nur mir passieren!

Aber was ich eigentlich an dieser Stelle sagen wollte: Ich geniesse es, wieder zu Arbeiten! Jeden Morgen mit dem voll gestopften Tram in Richtung Büro, dann circa 8 Stunden einer einfachen, nicht sehr anspruchsvollen Arbeit nachgehen (das ist ein Ferien-Job!!!) und für das Präsentsein Ende Monat ein grosszügiges Sümmchen kassieren! Wunderbar! Und das Wochenende kann man so richtig geniessen, da gibt es keine Arbeiten die geschrieben, keine Präsentationen die gebastelt werden müssen und keine Prüfung auf die man sich vorbereiten muss! So kann man sich richtig weit aus dem Fenster lehnen. Am Freitag haben wir Flavor Flav’s Geburtstag gefeiert, das war so eine typische WG-Party mit einer 5qm Küche wo sich 20 Leute tummelten, die Mini-Pizzas im Ofen vor sich hin brutzelten, regelmässig frischer Daiquiri gemixt wurde und sich die Leute einfach nur gut amüsierten und man sich über vergangene oder noch bevorstehende Auslandaufenthalte unterhielt. Soweit ich dazu noch in der Lage war, würde ich sagen, dass meine spontan durchgeführte soziokulturelle Erhebung eine klare Tendenz anzeigte: Jung, sexy erfolgreich möchte in erster Linie die Welt kennen lernen, bevor das grosse Geld gemacht und die Karriereleiter in Angriff genommen wird – sofern sich das nicht beides vereinbaren lässt!

Und dann war plötzlich Samstag und das grosse Wan-Tan Essen stand uns bevor. Tonttu nahm Selina und mich unter ihre Fittiche und brachte uns die chinesische Kochkunst bei. Ein grosses Merci in dieser Stelle! Was dann folgte war ein richtig schöner Abend mit guten Freunden, ausgezeichnetem Essen, viel Wein, Singen, Lachen, Tanzen… und auf dem Weg zum Club haben Tonttu, Coco und ich wohl etwas zuviel rumgealbert, ja das gibt’s! Man merkt es daran, dass einem zwei Polizisten auf den Rücken klopfen und fragen „Ist bei Ihnen alles okay? Belästigt Sie dieser Mann?“. Oh my God, nach was das wohl ausgesehen hat???… Aber schön zu sehen, wie aufmerksam unser „Freund und Helfer“ ist!

Jetzt reicht’s mit Erzählen, ansonsten wird der Eintrag so lange, dass ihn niemand mehr in Angriff nimmt! Ich gehe jetzt die Sonne geniessen… alleine… denn irgendwas habe ich wohl falsch gemacht heute Morgen…

Als ich am Freitag Nachmittag (nach dem ich den letzten post geschrieben habe) nach Hause kam, mit einer Pizza und Eistee unter dem Arm (das braucht kein Geschirr), konnte ich meinen Augen nicht trauen: Die WG war blitzblank sauber geputzt. Da wurde wohl jemand von ziemlich grossen Gewissensbissen geplangt… es war wohl Mitbewohner S – Danke!

Pah, das waren 24 Stunden…

Alles begann mit einer ziemlich ruhigen Zugfahrt zurück „nach Hause Nr. 2″ in die WG. Es folgte ein kleiner Schub der Dankbarkeit; Der Vermieter hat es endlich geschafft, auf unserem Stockwerk das defekte Licht auszuwechseln! Endlich sehe ich das Türschloss wieder… Doch kaum zur Wohnungstür herein kam der grosse Schock: In der Küche stapelte sich der ganze Inhalt userer Küchenschränke, verschmutzt, wohl verstanden, und das vermutlich bereits seit einigen Wochen. Es war mir nicht einmal mehr möglich, Tee zu kochen, denn sowohl (mein!!!) Teekrug wie auch sämtliche Tassen standen verklebt und vermutlich von bösartigen Mikroorganismen übersäht auf der Ablage. Doch das war nur den Anfang. Im Wohnzimmer fand ich Teller mit Essens- sowie Zigaretten-Resten, eine offene Tüte Gras, auf dem Tisch zerstreute Chips sowie diverse leere Bierdosen. Und erst das Bad: Die beiden Lavabos übersäht mit eingetrockneten Zahnpasta- und Rasierschaumresten, überall Haare verschiedenster Länge, Staubmäuse, am Boden zerstreute, mit Wasser vollgesogene Zeitungen… Zum Glück war mein Zimmer immer noch im selben Zustand wie ich es verlassen hatte: Aufgeräumt, sauber und gemütlich. Doch hier lauerte bereits das nächste Problem: Der Internet-Anschluss funktionierte nicht mehr (was aber zu 99% an meinem Laptop liegt). Völlig genervt legte ich mich ins Bett und schlief auch ganz gut bis irgendwann (gemäss meinem Mitbewohner O um 5 Uhr morgens) der Wecker von Mitbewohner S in dessem Zimmer losging, Mitbewohner S aber bereits im Wohnzimmer vor dem TV eingeschlafen ist und davon nichts mitbekommen hat. Worauf Mitbewohner O aus seinem Bett kroch und Mitbewohner S irgendwie dazu gebracht hat, sich vom Sofa zu erheben und das verdammte Ding auszuschalten! Ich schaffte es nicht mehr in die REM-Phase zurück und so gab es nur noch eine Lösung: So schnell wie möglich aufstehen und ab an die Uni. Hier ist es schön, hier gibt es Essen, hier sind die Toiletten sauber und das Wireless funktioniert wunderbar!

Liebe Mitbewohner, ich hab Euch ja eigentlich alle sehr gerne, menschlich seid Ihr eine lässige WG und ich verstehe ja, dass man während der Lernphase den Haushalt gerne mal vernachlässigt. Aber das ging nun wirklich zu weit! Am Montag geht meine Kündigung zur Post!

Adios Amigos, ich habe meine Pflichtübungen hier erledigt und gehe jetzt nach Flims zum ausspannen :-)

Ps: …oder bin ich mit 25 einfach schon zu alt, um in WG’s zu wohnen? …oder bin ich gar zu intolerant? Zu wenig abenteuerlustig? Meine Mutter wirft mir ja immer wieder vor, dass ich haushaltsmässig viel zu faul und ziemlich schlampig bin, sprich mein Sinn für Sauberkeit ist nicht der ausgereifteste… so pingelig kann ich doch gar nicht sein…???